Big Data heißt das Zauberwort der digitalen Welt. Ein Begriff dessen Bedeutung das gesamte Web mit all seinen Möglichkeiten umfasst. Dem es aber ebenso an Aussagekraft fehlt. Was bedeutet Big Data genau? Und warum steckt dahinter so großes Potential?

Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig und überall mit praktisch allem und jedem vernetzt sind – zu jeder Zeit. Ob wir nun mit Freunden über Social Media-Plattformen kommunizieren, den virtuellen Einkaufswagen mit Produkten unserer Wahl befüllen oder uns auf der Suche nach süßen Katzenvideos einfach nur durch das Web klicken. Ständig hinterlassen wir Daten, deren Menge mit jedem unserer Besuche in der virtuellen Welt zunimmt. Deshalb besitzt jeder von uns einen ganz eigenen, riesengroßen Datenberg, in dem jede Menge Informationen über unsere Hobbys, Vorlieben, Konsumverhalten, Aufenthaltsorte und vielem mehr stecken. Diese Datenberge verschwinden allerdings nicht einfach, sondern bleiben dem Netz auf ewig erhalten. Deshalb sind wir alle ein Teil des großen Ganzen namens Big Data.

Obwohl das alles schon unvorstellbar groß klingt, nimmt das Ausmaß von Big Data noch viel gigantischere Dimensionen an: Alles was nur ansatzweise Daten erzeugt, trägt seinen Teil zu dem großen Ganzen bei. Sei es Online-Banking, Navigationssysteme oder einfache Telefonate. Nicht zu vergessen: sämtliche digital erfassten Informationen, wie das menschliche Wissen oder tägliche Nachrichten gehören ebenfalls dazu. Die Ursprünge von Daten sind kurz gesagt schier endlos, da unser Alltag auf der Digitalisierung beruht. Es gibt kaum noch Bereiche, die ohne technisch vernetzte Unterstützung auskommen.

Dieses schwer zu fassende Konstrukt mit all seinen Komplexitäten fassen wir heutzutage unter dem einfachen Modebegriff Big Data zusammen.

Täglich generieren wir unvorstellbar große Datenmengen

In Anbetracht dieser allumfassenden Dimension von Big Data sind die darin enthaltenen Datenmengen unvorstellbar riesig. So riesig, dass sie mithilfe herkömmlicher Datenverarbeitungsmethoden nicht mehr zu bewältigen sind.

Um Ihnen eine grobe Vorstellung über diese Datenmenge zu geben, folgende Beispiele:

  • Die gesamte Menge an Daten, die der Mensch seit seiner Existenz bis zum 21. Jahrhundert gesammelt hat, wird im Web heute innerhalb von zehn Minuten generiert
  • Drei Milliarden Web-Nutzer erzeugen täglich 2,5 Trillionen Byte Daten – eine Zahl mit 18 Nullen

Bis zum Jahr 2020 wird das weltweite Datenvolumen auf 44 Zettabyte geschätzt – eine Zahl mit 21 Nullen. Dabei handelt es sich allerdings nur um grobe Schätzungen der Studie Digital Universe, da der Datenstrom beinahe täglich zunimmt. Beobachten Sie Ihr eigenes Online-Verhalten, werden bestimmt auch Sie anhand Ihres mobilen Datentarifs feststellen, immer mehr Datenvolumen zu verbrauchen.

Chancen und Risiken von Big Data

Ziel für kleine Unternehmen über die Industrie bis hin zum globalen Miteinander ist es, den gigantischen Datenberg unserer digitalen Welt zu ordnen und sinnvoll zu nutzen. Dazu sind drei Aspekte entscheidend:

  1. Umfang der Daten
  2. Geschwindigkeit der Daten
  3. Vielfalt der Daten

Zwei Aspekte ergänzen diese Definition:

  1. Unternehmerischer Mehrwert der Daten
  2. Sicherheit und Qualität der Daten

Die Herausforderung besteht darin, alle im Web befindlichen Daten zu erfassen, zu sortieren und auszuwerten – und das so schnell wie möglich. Zur sinnvollen Verarbeitung braucht es dazu ein sinnvolles Konzept, um den verborgenen Informationsgehalt aus Big Data herauszufiltern und damit entsprechend auf die Umwelt zu reagieren.

Als Paradebeispiel dient dazu ein Fall aus den USA: Dort wurde anhand der Auswertung von Twitter-Meldungen die Verbreitung einer Grippewelle vorhergesagt. Das Land konnte damit rechtzeitig reagieren und die Grippewelle eindämmen.

So kann die Medizin Big Data zur Bekämpfung von Krankheiten nutzen, die Industrie durch Analyse von Big Data die eigenen Herstellungsprozesse optimieren und Unternehmen können besser auf die Anforderungen ihrer Kunden eingehen.

Die Macht von Big Data kann in falschen Händen allerdings auch Gefahren mit sich bringen. Beispielsweise den Missbrauch von schutzwürdigen, personenbezogenen Daten oder Betriebsspionage. Welche Ausmaße das haben kann, zeigte bereits die von Edward Snowden ausgelöste NSA-Affäre im Jahr 2013,  welche die weltweiten Spionagepraktiken einiger Geheimdienste offenlegte. Die Notwendigkeit verantwortungsvoll mit Big Data umzugehen ist daher unabdingbar.

Nutzungspotential externer Daten

Mit Big Data können wir unsere nicht nur genau wahrnehmen, sondern auch auf das Verhalten um uns herum eingehen sowie auf Veränderungen reagieren. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Datenverwertung. Dabei unterscheidet man zunächst zwischen zwei Arten der zur Verfügung  stehenden Daten:

  • Interne Daten

Daten die Unternehmen selbst erheben, wie Kundendaten oder erzielte Umsätze.

  • Externe Daten

Informationen die Unternehmen beispielsweise über das Verhalten einer bestimmten Zielgruppe durch Social Media-Analysen gewinnen.

Viele Unternehmen konzentrieren sich weiterhin auf die intern erhobenen Daten, da diese meist im Unternehmensablauf integriert, strukturiert und entsprechend standardisiert sind. Die eigentlich erheblich wichtigeren externen Daten berücksichtigen viele nicht. Dabei liegen hier die unternehmensrelevanten Parameter verborgen.

Gründe für die stiefmütterliche Behandlung externer Daten liegen vor allem in deren Masse und Vielfalt. Viele Unternehmen sind sich dabei einfach unsicher, wie sie die unstrukturierten Daten aus externen Quellen für sich aufbereiten sollen. An diesen Stellen fehlt es oft noch an den richtigen Werkzeugen, um Big Data gewinnbringend für das eigene Unternehmen zu nutzen.

Möchten Sie mit Ihrem Unternehmen von Big Data profitieren, sollten Sie sich zunächst folgende essentiell wichtige Frag stellen: Welche Informationen bringen den größten unternehmerischen Mehrwert?